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Lebensmittel |
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Bier
war für die alten Ägypter ein Nationalgetränk - geschätzt von Lebenden
wie auch als Grabbeigabe für die Toten. Es war für die Ägypter ein
Grundnahrungsmittel wie Brot.
Bierbrauen war Frauensache. Zahlreiche Statuetten aus Gräbern (s. Bild) stellten Dienerinnen dar, die mit dem Reibstein Korn mahlen, und andere, die Mehl sieben.
Wein wurde wahrscheinlich aus Vorderasien nach Ägypten eingeführt. Er scheint dort bald heimisch geworden zu sein, denn er gedieh im Niltal weislich schon um 3000 v. Chr. Die Reben wurden an Spalieren gezogen oder rankten sich an Lauben empor. Bei der Weinlese sammelte man die Trauben in Körben und schüttete sie zum Keltern in große Bottiche (s. Bild).
Den Saft füllte man
in Gefäße und ließ ihn gären, Nach dem Filtern wurde der Wein in hohe,
unten spitz zulaufende Krüge abgefüllt (s. Bild rechts oben), die mit
Tonpropfen verschlossen wurden. Es gab Rot - sowie Weißwein, und mancher
war so gut, dass er ein "Gütesiegel" erhielt.
Die unteren Bevölkerungsschichten ernährten sich außer durch Brot auch von Hülsenfrüchten wie Linsen, Saubohnen, Erbsen, Kichererbsen und Bockshornklee. Der Speisezettel wohlhabender Menschen war eindeutig abwechslungsreicher. Er enthielt eine Vielzahl von Gemüse, über deren Zubereitung Texte und Darstellungen allerdings schweigen: Kresse, Portulak, Lattich, Zwiebeln, Knoblauch und Kürbisse gehörten ebenso dazu wie Wurzelstock und Samen des Lotos und Teile der Papyruspflanze. Beliebte Obstsorten wie Weintrauben, Feigen und Sykomorenfeigen, Datteln und Dumpalmnüsse, seit dem Neuen Reich auch Granatäpfel. Nach anfänglichem Import aus Vorderasien kultivierte man die Pflanze bald in eigenen Gärten.
Lebensnotwendig war natürlich auch Fleisch - es gab Fleisch von Ziegen, Schafen und auch Schweinen und Rindern - wobei Rindfleisch das beliebteste Fleisch war. Die höhere Schicht schätzte offenbar das Fleisch der Wildtiere, wie Antilopen, Gazellen oder Steinböcke. Nach der Schlachtung wurde das Fleisch meist zum sofortigen Verzehr verarbeitet. Man kochte es in großen Töpfen oder grillte es auf offenem Feuer, das mit Holz und Dung, manchmal auch mit Holzkohle unterhalten wurde. Ansonsten wurde das Fleisch zu Trocken- oder Pökelfleisch verarbeitet. Es gab viele Gewürze über die allerdings keine näheren Informationen zum Verbrauch in der Küche bekannt sind. Nachweisbar ist allerdings die Benutzung von Dill, Koriander, Kreuz- und Schwarzkümmel, Wacholderbeeren und Senfkörner in der Medizin. Grundnahrungsmittel waren offenbar
nicht teuer, ein Sack Gerste von 75 Litern Inhalt kostete 2 Deben, ein
Sack Emmer 1 Deben, 5 Liter Bier 2 Deben. Teurer waren die besseren
Speisen, ein ausgewachsenes Rind kostete 50 Deben, eine 10 Liter Amphore
mit Pökelfleisch 10 Deben. Wenn man bedenkt das ein Handwerker im Neuen
Reich neben seiner Grundversorgung an Nahrungsmitteln monatlich nur 7
Deben verdiente, waren das beträchtliche Summen. |